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Die Bergkirche

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Die Bergkirche

Der Kirchberg mit Pfarrhaus und Bergkirche

Der Turm

Der Turm der Bergkirche wurde vom 28. Aug. 1556 bis zum 15. Oktober 1557 erbaut. Nach dem am meisten in die Augen fallenden Stilelement, dem romanischen Rundbogenfries, könnte man zu dem Schluß kommen, das Bauwerk stamme in seinem Kern aus dem 12. Jahrhundert. Stilmerkmale aus der Zeit der Erbauung des Turms sind z.B. die "Eselsrücken" (auch Kiel- oder Tudorbögen genannt) an den Schallöchern. Über das gotische Erdgeschoß des Turms lesen wir bei Bickell (Krs. Gelnhausen, Textband, S. 166): "Eine spitzbogige einfach gefaste Westthüre, an deren Scheitel eine flache Halbrosette die Spätzeit verräth, führt in das Erdgeschoss, welches mit einem Kreuzgewölbe gedeckt ist, dessen starke abgefaste Rippen ohne Schlussstein auf rohen Wandconsolen aufsitzen. Einbreiter ungegliederter unverschlossener Spitzbogen führt in das Schiff...". Der Turm ist 7,50 x 7,30 m breit und 36 m hoch. Die Mauern sind 1,35 (Sockel: 1,65 m) dick.

Das Schiff

Das Schiff des jetzigen Kirchengebäudes wurde am 8. November 1840 nach über 2 1/2 jähriger Bauzeit - Baubeginn: 5. März 1838 - eingeweiht. Das Bauwerk ist außen nicht verputzt worden, so daß die behauenen Sandsteine, mit denen die Wände errichtet wurden, für den Betrachter sichtbar blieben. Das Innere des Saalbaus, ebenso schlicht wie das äußere, wurde im Jahr 1950 erneuert. Diese Renovierung paßte mit ihrer kassettenartigen Einteilung der Decke und mit der Beseitigung der verschnörkelten Aufbauten hinter der Kanzel das Innere gut dem klassizistischen Stil des Gebäudes an (s. Foto). Außerdem wurde der Raum durch Streichen mit helleren Farben erfreulich verändert. Bei der Erneuerung verlegte man auch die Decken der Seitenschiffe, die ursprünglich genauso hoch wie das Mittelschiff waren, tiefer. Die Stühle (Stände) im Altarraum sind durch Pilaster gegliedert und mit Giebelaufsätzen geschmückt. Die Stände waren für die Presbyter und den Grafen von Meerholz bestimmt (Grafenstuhl = erster Stuhl auf der rechten Seite). Die beiden zentralen Punkte des Gotteshauses, der Altar (mit neugotischer Balustrade) und die Kanzel, liegen in der Verlängerung des mittleren Ganges und lenken so den Blick des Besuchers, der durch den Turmeingang kommt, auf sich. Die westliche Empore wird beherrscht von dem kraftvollen Orgelprospekt, der mit einem bekrönten ysenburgischen Wappen verziert ist. Die Orgel selbst wurde von Ratzmann und Sohn in Ohrdruf bei Gotha erbaut und vom 1. August 1839 bis zum 31. Dezember 1839 aufgestellt. Das Gotteshaus bietet Sitzplätze für 1200 Personen. Das Schiff ist (außen gemessen) 35,50 m lang und 19,30 m breit. Die Mauern sind 0,85 m (Sockel: 0,90 m) dick.

Die Glocken

Das Geläut der Bergkirche besteht aus vier Glocken: der Betglocke (26 Zentner, Ton es'), der Friedensglocke (15,5 Ztr., Ton ges'), der Alten Glocke (11 Ztr., Ton as') und der Taufglocke (7,5 Ztr., Ton b'). Bet-, Friedens- und Taufglocke wurden zusammen im Jahr 1954 von der Firma Gebrüder Barhert in Bad Friedrichshall-Kochendorf in Baden-Württemberg gegossen.
Die schwerste Glocke, die Betglocke, hat einen unteren Durchmesser von 1,27 Meter, eine Höhe (innen gemessen) von 0,93 m. Die Gesamthöhe einschließlich der Krone ist bei allen Glocken der Bergkirche und des Kirchspiels etwa gleich dem unteren Durchmesser. Die Betglocke trägt folgende Umscbrift: "DEN GEFALLENEN DES II. WELTKRIEGES". Unter der Abbildung des gekreuzigten Christus steht die Inschrift: "CHRISTUS SPRICHT: ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS LEBEN". Auf der gegenüberliegenden Seite lesen wir: "GEBRÜDER BACHERT, 1954, BERGKIRCHE 1954". Die zweitschwerste Glocke, die Friedensglocke, mißt im unteren Durchmesser 1,06 m und in der Höhe 0,80 m. Sie trägt unter der bildlichen Darstellung zweier betender Hände und eines Kreuzes die Inschrift: "DEM FRIEDEN GEWEIHT RUF ICH ZUR SELIGKEIT". Die kleinste Glocke, die Taufglocke, hat einen unteren Durchmesser von 0,84 m und eine Höhe von 0,63 m. Sie ist mit einer Friedenstaube geschmückt und trägt den Text: "LASSET DIE KINDLEIN ZU MIR KOMMEN UND WEHRET IHNEN NICHT". Auf der Friedens- und Taufglocke ist ebenfalls die Gießerei und das Jahr ihrer Entstehung vermerkt.
Das Prunkstück des Geläutes ist jedoch die Alte Glocke aus dem Jahre 1503. Diese wegen ihres hohen Alters so wertvolle Glocke dürfte eine der ältesten unserer Heimat sein. Sie hat 1,02 m unteren, 0,565 m oberen Durch- messer und 0,82 m Höhe. Die von Bandstreifen eingeschlossene Inschrift ist in scharf gegossenen, schön geschnittenen Majuskeln ausgeführt und lautet:"OSANNA.HEIS.ICH.MEISTER.HANS.CZW. FRANCKFORDT.GOS.MICH.MCCCCCIX."